Ob man Kekse mag oder nicht, dieser Hinweis muss sein.
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Lebenseinstellung
#11
Hallo Nina.

Den Anspruch perfekt zu sein, wird niemand je erfüllen. Daran zerbricht man.
Wenn er sich keine Hilfe sucht, wird das nicht funktionieren. Grade bei Depressionen. Er braucht richtige Unterstützung und Medikamente. Wenn man nur unter einer grauen Decke lebt, wird man die Sonne nicht sehen.
Du hast in seiner Krankenhauszeit viel für ihn getan, jetzt kann er sich revanchieren. Nicht für Dich, sondern für Euch und für sich selbst.
Wie steht es mit Dir? Hilft Dir jemand? Hast du schon überlegt Dir Hilfe zu holen bevor die Probleme zu riesig werden?

Liebe Grüße vom Herzlos
Es trifft gewiß zu, daß die Hoffnung eine Gnade ist. Aber fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren.
Siegfried Lenz (*1926), dt. Schriftsteller
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#12
Er denkt, er revanchiert sich ja schon, indem er für mich weiterlebt und das Ziel hat unser Haus zu renovieren, in das wir einziehen wollen. Für uns revanchiert er sich, indem er sein Leiden aushält. Für sich braucht er sich nichtzu revanchieren, denn wozu, er hat doch für sich eh keine Ziele außer das was er wie gesagt vor hat.

Ich denke auch, er bräuchte dringend Hilfe. Ich schreibe und telefoniere ab und zu mit Lebensberatung, aber ihn würde ich da nicht hinkriegen. Sind doch alles nur Besserwisser, und keiner kann sich vorstellen wie es ihm geht.

Was er sich vorstellt, nämlich dass wir weiterhin eine "normale" Beziehung haben, wird so nicht funktionieren. ER hat ja kein Problem. ICH sei es, die mit ihm nicht angemessen umgeht.

Ich weiß, dass es Co-Abhängigkeit gibt und dass ich da schon irgendwie drin stecke. In unserer Region gibt es keine Selbsthilfegruppen oder sowas.
Während er wochenlang nicht ansprechbar war im Krankenhaus, hab ich diese bittere Chance genutzt und meine/unsere Isolation aufgebrochen, indem ich intensive Gespräche mit meinen und seinen Bekannten geführt habe. Dadurch sind diese Beziehungen schon mal fester geworden. Mein Freund hält alles gern unverbindlich.
Er sagt, der einzige Mensch, dem er vertraut, sei ich. Daher sei er auch nur von mir bereit, Hilfe anzunehmen.
Ich fühl mich sehr unwohl dabei. Nicht weil ich ihm nicht helfen will, sondern weil ich kein Therapeut bin und mir ständig anhören muss was ich falsch mache und weil eine Paarbeziehung sowas nicht leisten kann und weil es mich erdrückt.
Auf der einen Seite will er mich schützen, mir nicht zur Last fallen, will für mich sorgen (Existenzgrundlage Haus), und andererseirs verlangt (!) er dann sowas von mir. Er hält da für "angemessen".
Spreche ich meine Bedenken aus, sagt er mir nur, das sei ja auf mein anerzogenes Vertrauensdefizit zurückzuführen und ich müsse daran arbeiten.

!?!????!?

Dummerweise regt er sich dabei fürchterlich auf und hält gleichzeitig das Schild hoch "belaste mich nicht, denn das geht mir aufs Herz!" und dann bin ich schuld wenn es ihm herzmäßig dreckig geht.
Was er da macht ist eine Art Erpressung. Das weiß ich. Ich versteh die Welt nicht mehr, denn ich kenne ihn anders. Allerdings: Gutmütigkeit mit insgeheimer Abrechnung, das war schon immer so.
Das schlimmste für mich ist die Isolation, die er nach wue vor anstrebt. Er hält alle Meinungen von außen für feindlich. Ich will nicht mehr so leben.
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#13
Gute Güte, was für ein Egotrip.
Dann soll er sich doch vom Teppichrand stürzen.
Sorry, aber es gibt Dinge, bei denen mir der Hut hochgeht.
Grüße, Wolle

-------------------------
Meine Gesundheit ist mir zu wichtig, um sie den Ärzten zu überlassen.
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#14
Es klingt schon alles sehr nach einer Depression und einigen nicht so netten Charakterzügen.
Eine Depression wird er ohne Hilfe nicht bekämpfen können.
Er benötigt dafür medikamentöse Unterstützung, um erstmal einen anderen Blickwinkel zu erlangen. Oder, anders gesagt, die Decke muss erstmal vom Kopf, damit er die Sonne sieht. Was er später in der Sonne anstellt steht auf einem anderen Blatt.
Mit der Diagnose Co-Abhängigkeit hast die den Nagel meiner Ansicht nach schon sehr gut getroffen.
Frag dich mal, ob Du seinen Weg ( Isolation, Unmut usw. ) weitergehen willst und wo Dich, bzw. Euch das über kurz oder lang hinführen wird. Glücklich werdet ihr so, meiner Meinung nach, nicht werden.
Es ist für Euch beide eine schwierige Situation. Wenn es aber so weitergeht, wird all das, wofür Du Dich aufgeopfert hast, umsonst gewesen sein. Und das nicht, weil Du nicht gut genug warst, sondern weil der Esel an deiner Seite zu stur war und sich selbst aufgegeben hat.
Tschuldige, klingt hart, aber vielleicht muss Dir das mal jemand so ungeschönt vor Augen führen.

Trotzdem liebe Grüße vom Herzlos
(der garnicht so ist!!)
Es trifft gewiß zu, daß die Hoffnung eine Gnade ist. Aber fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren.
Siegfried Lenz (*1926), dt. Schriftsteller
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#15
Danke Herzlos, ich lese in und zwischen den Zeilen, dass Du überhaupt nicht herzlos bist! Smile

An der Co-Abhängigkeit bin ich am arbeiten, mit Unterstützung.

Es gibt erstmal positives zu berichten:
Mein Freund und ich hatten viele Gespräche und ich habe ihm deutlich gesagt, wie seine Aussagen die Menschen in seinem Umfeld belasten, und dass ich Verständnis habe für seine Stimmung und dass niemand erwartet, dass er fröhlich hüpfend durch den Tag geht.
Und ich habe offen gesagt, dass es mich vor den Kopf schlägt, dass mein Freund nicht Dankbarkeit fühlen kann dafür, dass er noch/wieder lebendig ist.
Anscheinend hat er sich alles mal zu Gemüte geführt und bemüht sich seitdem um achtsamen Umgang. Stimmungen kommen und gehen, und dann sitzt man halt mal schweigend nebeneinander - das akzeptier ich lieber als das Nach-außen-tragen der inneren theatralischen Kämpfe. Das Schweigen lässt immerhin Nähe zu, auch wenn es sich traurig oder schmerzhaft anfühlt. Das kann man ja teilen.

Er hat sich sogar aufgerafft zu einigem - er hat mir mit Recherchen geholfen für meine Angelegenheiten, hat sein Hobby wieder ausgekramt und sucht jetzt Gleichgesinnte... Beachtlich! Er macht Schritte aus der Isolation raus!
Und er hat seine Arbeitsschuhe wieder anprobiert und diesmal auch angekriegt - trotz der lädierten Zehen.

Alles schien so zuversichtlich - bis gestern, da merkte er, dass er eine Erkältung bekommt... Sad

Und jetzt? Muss er wirklich so beunruhigt sein?
Da er wieder ganz empfindlich geworden ist, verstehe ich nicht weswegen genau er beunruhigt ist:

Er hat Angst vorm starken Husten, weil dann der Herzrhythmus wieder dauerhaft unregelmäßig werden kann?
Oder weil die Aortendissektion ein Risiko ist, was durch Husten (Druck auf die Aorta?) verstärkt wird?

Immer wenn er beunruhigt ist, bin ich das automatisch auch, und wenn er sich dann mal ne Zeit lang nicht meldet und/oder es ihm schlechter geht, kommen mir gleich die schlimmsten Gedanken...
Und die darf ich ihm ja nicht zeigen, er weiß das ja wie es mir geht, und wenn ich ihn auch noch damit belaste, ist ihm ja auch nicht geholfen...

Die Aortendissektion hat er ja chronisch, und damit hat er schon einige Erkältungen überlebt... Aber da war eben noch nichts operiert...

Meint ihr, das ist eine Gefahr? Sollte man Husten-Hemmer nehmen oder wie das Zeug heißt? Oder lieber den Husten zulassen, weil sonst die Bronchien zu viel verschleimen?
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#16
Hallo Nina.

Lange nix gelesen, alles ok??

Gruß vom Herzlos
Es trifft gewiß zu, daß die Hoffnung eine Gnade ist. Aber fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren.
Siegfried Lenz (*1926), dt. Schriftsteller
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#17
Hallo Herzlos,

Danke, dass Du nachfragst!
Ja, es ist alles ok. Ich hatte nur selbst viel Stress die letzten 2 Monate.

Mein Freund ist soweit stabil. Auch mental mittlerweile. Er bekam vor einigen Wochen einen Zeh amputiert, ich hatte berichtet, dass manche Zehen schwarz sind. Dieser eine war dann entzündet. Der andere Fuß hat sich von selbst erholt.
Das Gehen hinkt noch. Aber es geht!!!
Mittlerweile schafft er 3-4 km am Stück, eine Glanzleistung! Vor 3 Monaten hat er erst gehen gelernt. Die Schmerzen in den Beinen waren sehr hinderlich.
Sorgen macht ihm die Verhärtung der rechten Hand. Wie das wohl weitergeht...?

Wir sind aber neulich wieder Motorrad gefahren! Hammer!
Was für ein Geschenk!

Und im Haus sind wir fleißig am renovieren, damit wir da nächstes Jahr einziehen können.
Die Erwerbsunfähigkeit meines Freundes macht uns noch Sorgen. Erst recht, wenn wir dann zusammenziehen, ich kann das finanziell nicht auffangen.

Beziehungsmäßig haben wir uns ganz schön durchgewurschtelt. Aber es gibt sie auch: die schönen Momente! Auch wenn es körperlich etwas eingeschränkt ist, genießen wir sehr was uns verbindet.

Ich war sehr erleichtert, dass mein Freund im Alltag wieder ohne meine ständige Hilfe klar kam, als bei meiner Tochter und mir wieder die Schule anfing nach den Sommerferien.
Mittlerweile braucht er nur noch Hilfe dabei, wenn er einkaufen war und dann nicht viel auf einmal tragen und auch nicht mehrmals Treppen laufen kann.
Autofahren ging schon ziemlich bald.
Und im Kopf war er sowieso immer fit.

Das Mentale hat Zeit gebraucht, ein paar Arschtritte, und manche Einflüsse von außen.
Auch ich habe Hilfe gebraucht, und so haben wir uns gemeinsam durchgeschlagen.

Eine riesen Erleichterung war, als mit 3 Monaten Verspätung endlich mal das Geld für Grundsicherung bewilligt wurde - ich war blank und konnte das nicht mehr auffangen für meinen Freund.
Und beruhigend waren die Nachuntersuchungen. Zwischendurch war noch mal eine Kardioversion.
Der letzte KH Aufenthalt wegen der Zehamputation war zwar ein Klacks vom Medizinischen her, aber für meinen Freund eine Tortur, weil schon wieder Klinik, das hatte er doch erst 3 Monate am Stück... Er wollts net mehr sehn...

Hey und wie gehts bei euch, Herzlos?

Liebe Grüße
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#18
Ach ja, das Leben ist ein auf und ab.
Mich hat zur Zeit eine Erkältung im Griff, aber das wird wieder.
Mein Vater hat letzte Woche die Diagnose Lungenkrebs erhalten, was nicht wieder wird... Jetzt sortiert sich die ganze Familie erstmal und dann sehen wir weiter.

Gruß vom Herzlos
Es trifft gewiß zu, daß die Hoffnung eine Gnade ist. Aber fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren.
Siegfried Lenz (*1926), dt. Schriftsteller
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#19
Zitat:Mein Vater hat letzte Woche die Diagnose Lungenkrebs erhalten, was nicht wieder wird... Jetzt sortiert sich die ganze Familie erstmal und dann sehen wir weiter.
Oh nee...
Mein Beileid.
Grüße, Wolle

-------------------------
Meine Gesundheit ist mir zu wichtig, um sie den Ärzten zu überlassen.
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#20
Danke für Dein Beileid Wolle, dafür ist es aber noch etwas zu früh (hoffentlich ganz viel zu früh).
Noch hüstelt mein alter Herr nur, ist aber ansonsten gut beieinander.
Bis vor kurzem hat er noch beim Umbau der Wohnung meines Kleincousins geholfen.
Hoffentlich verträgt er die kommende Chemo einigermaßen, dann sehen wir weiter.

Gruß vom Herzlos
Es trifft gewiß zu, daß die Hoffnung eine Gnade ist. Aber fraglos ist sie eine schwierige Gnade. Sie fordert zuweilen unsere Bereitschaft, auch im Scheitern eine Chance zu sehen, in der Niederlage eine neue Möglichkeit. Vielleicht ist die Hoffnung die letzte Weisheit der Narren.
Siegfried Lenz (*1926), dt. Schriftsteller
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