03-24-2017, 10:58 AM
Ich habe nochmal nachgedacht über meinen Wunsch nach Normalität und denke aber, dass wir auch die ein Stück weit leben müssen und könn(t)en. Keine Ahnung, ob das von mir unempathisch oder egoistisch ist, aber ich kann mich nicht komplett auch zur Kranken machen lassen, indem ich das Leben eines Erkrankten führe. Ich bin nunmal körperlich gesund und war auch noch nie physisch krank, vielleicht fällt es mir auch deshalb schwer, mich in seine Lage zu versetzen. Er war aber doch mal gesund und muss doch noch wissen, wie sich das anfühlt und dass man da Bedürfnisse hat. Damit meine ich so "harmlose" Sachen wie z. B. mal meine beste Freundin und ihren Mann einzuladen. Ich kenne meine Freundin seit über 40 Jahren und im Moment hat sie keine Ahnung, wie ich hier eigentlich wohne und lebe, weil sie noch nie bei uns war. Wenn ich es wage, das Thema mal vorsichtig anzusprechen, höre ich nur "im Moment nicht". Klar, jetzt die Warterei auf die PVI und die Ungewissheit, ob sie Erfolg hat, natürlich ist das belastend für ihn, auch für mich. Aber deshalb kann doch die Welt nicht jetzt 2 Monate den Atem anhalten!?
Oder muss ich genau das, wenn ich mit ihm zusammenbleiben will: das Leben einer/eines Kranken (mit-)führen? Wie machen das denn andere Erkrankte mit einem gesunden Partner? Ich würde das tun, keine Frage, aber ich muss einfach mal wissen, worauf ich mich einstellen soll.
Mit ihm darüber zu reden, kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen, aktuell redet er schon seit 4 Tagen nicht mit mir, weil er sich über eine Bemerkung von mir geärgert hat. Darum ging es weder um seine Erkrankung noch habe ich genörgelt, ich habe ihn lediglich über einen Sachverhalt informiert, den er schon wieder persönlich genommen hat. Wenn das zur Folge hat, dass er 4 Tage nicht mit mir spricht, wie soll ich dann jemals wirklich wichtige Dinge mit ihm besprechen? Aber ok, das ist halt so ein Ding unabhängig von seiner Herzschwäche und gehört hier wohl nicht her.
Oder muss ich genau das, wenn ich mit ihm zusammenbleiben will: das Leben einer/eines Kranken (mit-)führen? Wie machen das denn andere Erkrankte mit einem gesunden Partner? Ich würde das tun, keine Frage, aber ich muss einfach mal wissen, worauf ich mich einstellen soll.
Mit ihm darüber zu reden, kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen, aktuell redet er schon seit 4 Tagen nicht mit mir, weil er sich über eine Bemerkung von mir geärgert hat. Darum ging es weder um seine Erkrankung noch habe ich genörgelt, ich habe ihn lediglich über einen Sachverhalt informiert, den er schon wieder persönlich genommen hat. Wenn das zur Folge hat, dass er 4 Tage nicht mit mir spricht, wie soll ich dann jemals wirklich wichtige Dinge mit ihm besprechen? Aber ok, das ist halt so ein Ding unabhängig von seiner Herzschwäche und gehört hier wohl nicht her.
Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.
(Johann Wolfgang von Goethe)
(Johann Wolfgang von Goethe)


