08-02-2011, 06:47 AM
Naja, wenn ich meiner jetzt 30jährigen Tochter sagen würde (vor allem noch in solch einer Situation) , sie solle sich den Sonnenuntergang anschauen - ich glaube, die würde mich nur stumm und vorwurfsvoll angucken.
In dem Alter hat man normalerweise doch noch das ganz Große im Blick, nicht die Kleinigkeiten, an denen man sich unbestritten auch erfreuen könnte, aber da muss man doch erst mal reinwachsen -und ich vermute mal, trotz aller Kernigkeit und trotz allen Kampfeswillens ist doch ganz tief im Inneren eine persönliche Kränkung versteckt, dass man in diesem jungen Alter schon solch brutale Erfahrungen machen muss.
Ich gebe Mike zwar Recht, was diese Art "genießen", also Kleinigkeiten wahrnehmen, sich an kleinen Dingen erfreuen angeht. Doch dazu muss Nicole nun erst mal durch dieses dunkle Etwas durch, das sie zurzeit voll im Griff hat. Sie hat halt auch schon eine Menge an Kraft aufbringen müssen für die erste Erkrankung und kann stolz drauf sein, diesen harten Kampf so gut gemeistert zu haben. Nun kommt der nächste Tiefschlag als Belohnung oben drauf - das ist schon hammerhart, und dass Ängste und Traurigkeit da erst mal wieder die Oberhand gewinnen, finde ich nur allzu verständlich.
Ein Patentrezept habe ich auch nicht, aber ich finde es schon mal bemerkenswert und als sehr positiv zu betrachten, dass Nicole sich hier öffnet und sich alles von der Seele schreibt. Vielleicht hilft es nicht auf Anhieb, aber ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man mal wirklich alles so "erzählen" kann, wie es sich echt anfühlt, was einen beschäftigt, wie die Ängste aussehen, wie groß die ganzen Fragezeichen und Sorgen so sind dann hilft es einem zumindest immer wieder ein Stückchen weiter (das Thema "Wer hört einem denn schon gerne lange zu, wenn man krank ist" -ich glaube hier im Forum heißt es "Wen belastet eigentlich meine Krankheit" oder so ähnlich- ist oft ein großes Problem).
Und in solch einer Situation sind es wahrscheinlich immer nur solche kleinen Stückchen, die einen voranbringen. Das große, schnelle, plötzliche Wunder bleibt sicher aus.
Also, Nicole: Schreib dir alles von der Seele, dann drückt es vll. schon mal ein kleines bisschen weniger. Wir hier werden sicher versuchen, dich so gut wie möglich zu verstehen, und vll. können wir dich hier und da ein wenig aufmuntern. Und, wie du selbst schon schreibst, die Zeit wird dir zeigen, wie und wo es langgeht. Kann doch sein, nach diesem tiefen Tal kommt ab und zu ein kleines Hoch, das du dann auch sehen, spüren und annehmen kannst.
Ich wünsche dir weiterhin soviel Mut und Tapferkeit, wie du sie bisher gezeigt hast und ich drücke dir fest die Daumen, dass es dir ganz bald wieder etwas besser geht!
Liebe Grüße
Kris
In dem Alter hat man normalerweise doch noch das ganz Große im Blick, nicht die Kleinigkeiten, an denen man sich unbestritten auch erfreuen könnte, aber da muss man doch erst mal reinwachsen -und ich vermute mal, trotz aller Kernigkeit und trotz allen Kampfeswillens ist doch ganz tief im Inneren eine persönliche Kränkung versteckt, dass man in diesem jungen Alter schon solch brutale Erfahrungen machen muss.
Ich gebe Mike zwar Recht, was diese Art "genießen", also Kleinigkeiten wahrnehmen, sich an kleinen Dingen erfreuen angeht. Doch dazu muss Nicole nun erst mal durch dieses dunkle Etwas durch, das sie zurzeit voll im Griff hat. Sie hat halt auch schon eine Menge an Kraft aufbringen müssen für die erste Erkrankung und kann stolz drauf sein, diesen harten Kampf so gut gemeistert zu haben. Nun kommt der nächste Tiefschlag als Belohnung oben drauf - das ist schon hammerhart, und dass Ängste und Traurigkeit da erst mal wieder die Oberhand gewinnen, finde ich nur allzu verständlich.
Ein Patentrezept habe ich auch nicht, aber ich finde es schon mal bemerkenswert und als sehr positiv zu betrachten, dass Nicole sich hier öffnet und sich alles von der Seele schreibt. Vielleicht hilft es nicht auf Anhieb, aber ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man mal wirklich alles so "erzählen" kann, wie es sich echt anfühlt, was einen beschäftigt, wie die Ängste aussehen, wie groß die ganzen Fragezeichen und Sorgen so sind dann hilft es einem zumindest immer wieder ein Stückchen weiter (das Thema "Wer hört einem denn schon gerne lange zu, wenn man krank ist" -ich glaube hier im Forum heißt es "Wen belastet eigentlich meine Krankheit" oder so ähnlich- ist oft ein großes Problem).
Und in solch einer Situation sind es wahrscheinlich immer nur solche kleinen Stückchen, die einen voranbringen. Das große, schnelle, plötzliche Wunder bleibt sicher aus.
Also, Nicole: Schreib dir alles von der Seele, dann drückt es vll. schon mal ein kleines bisschen weniger. Wir hier werden sicher versuchen, dich so gut wie möglich zu verstehen, und vll. können wir dich hier und da ein wenig aufmuntern. Und, wie du selbst schon schreibst, die Zeit wird dir zeigen, wie und wo es langgeht. Kann doch sein, nach diesem tiefen Tal kommt ab und zu ein kleines Hoch, das du dann auch sehen, spüren und annehmen kannst.
Ich wünsche dir weiterhin soviel Mut und Tapferkeit, wie du sie bisher gezeigt hast und ich drücke dir fest die Daumen, dass es dir ganz bald wieder etwas besser geht!
Liebe Grüße
Kris
Chancen präsentieren sich uns mit Vorliebe in der Maske von Unannehmlichkeiten.


