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Myokarditis oder Burn-Out ? - ToBo25 - 02-02-2019 Vorab bedanke ich mich bei Euch für eure wertvolle Zeit diesen Artikel zu lesen. Ich bin männlich, gerade 25 Jahre alt geworden und arbeite im Vertrieb. Grundsätzlich bin ich ein Perfektionist und versuche es allen Mitmenschen recht zu machen, natürlich auch meinem Arbeitgeber. Das Jahr 2018 war geprägt von einer 6 Tages-Arbeitswoche. Dieses Gefühl richtig abzuschalten kenne ich gar nicht, bzw. kann ich nicht! Sehr häufig sitze ich abends zu Hause am Computer und gucke etwas für die Arbeit nach, beantworte Mails in meiner Freizeit am Handy, bin immer erreichbar für meine Kunden. Auch im Urlaub sitze ich beim Frühstück/am Strand/Pool mit dem Tablet um etwas über die Arbeit nachzuschauen. Da ich ein sehr leistungsorientierter Mensch bin und sich bei mir Leistung durch das Gehalt am Monatsende orientiert hat, habe ich alles Andere um mich vergessen/vernachlässigt u.a. Freunde/Familie/Partner/Hobbys. Der Bruttolohn war eine fast sechsstellige Summe für das Jahr 2018.(nur damit man eine Vorstellung bekommt, wie viel Zeit ich investiert habe) Eine Mittagspause kenne ich nicht. Es war einfach keine Zeit für den Rest da! Rückblickend habe ich im Jahr 2018 nur „kleckerweise“ Urlaub gemacht in Form von Kurztrips über das Wochenende. Mitte November verstarb mein Opa nach jahrelanger Krankheit, was mich emotional sehr beschäftigt hat. Ende November 2018 hatte ich noch 9 Tage Urlaub übrig, welche ich auch meiner Meinung nach dringend nötig hatte und nehmen wollte. Abends bin ich immer so gegen 22 Uhr eingeschlafen, ich war müde. Seit geraumer Zeit stelle ich eine Mundtrockenheit fest und denke immer ich muss etwas trinken, meistens abends. Ende November hatte ich Halsschmerzen, Schnupfen und ich hab mich gefühlt, als wenn ein starker Infekt sich bei mir breit machen würde. Kurzzeitig habe ich überlegt den Folgetag nicht arbeiten zu gehen um mich zu erholen, aber die Überlegung war nur von kurzer Dauer, denn ich wollte ja Geld verdienen & Termine einhalten. Es gibt ja schließlich Medikamente dafür, welche ich natürlich sofort in der Apotheke besorgt hatte. Der Folgetag oder zwei Tage später(bin mir nicht mehr sicher) auf der Arbeit war ich mitten in einem normalen Gespräch, wo ich bemerkte dass mir ganz schwindelig wurde und ich dachte ich werde ohnmächtig. Auch der schnelle Gang an die frische Luft hat nicht wirklich geholfen. Ich hatte panische Angst davor ohnmächtig zu werden und es war für mich wie ein „innerer Kampf“. Ich dachte mein Herz rast immer schneller und im Gehirn kommt kein Blut/Sauerstoff an. (Panikattacke?) Der Blutdruck war hoch und Puls war tachykard. Nach einiger Zeit konnte ich mich wieder stabilisieren und nach Hause fahren. (18 Uhr). Ich dachte das war bestimmt der Kreislauf zu wenig getrunken bzw. zu viel Kaffee getrunken und kaum etwas gegessen. Zu Hause habe ich ein wenig geschlafen und alles schien wieder normal zu sein. Ich habe mich ein bisschen krank gefühlt, mehr nicht. Die nächsten zwei Tage verliefen beschwerdefrei. Dann war Freitag. Unser Wochenendtrip nach Frankfurt zum Weihnachtsmarkt sollte ein wenig Ablenkung schaffen. Am Samstagnachmittag auf den Weihnachtsmarkt angekommen, merkte ich die vielen Leute, den Lärm, die verschiedene Gerüche. Schlagartig begann mir komisch zu werden, Schwindel, Ohnmacht?, Herzinfarkt, Angst, Zittern, Atemnot machte sich bei mir breit. Der „innere Kampf“ fängt wieder an, dachte ich. Ich setze mich auf eine Treppe vor einem Gebäude um zu regenerieren. Es wurde immer schlimmer. Ich hatte Todesangst, ich dachte ich muss sterben. Notfallsanitäter brachten mich aus dieser Menschenmenge raus. – vielen Dank an dieser Stelle für die tolle Arbeit! Sie konnten mich etwas beruhigen und stabilisierend auf mich einwirken. Ich bekam eine Blutdrucksenker-Tablette. Folgend bin ich mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht worden. Das EGK im KH war unauffällig. Nach ungefähr 10 Minuten hat man mich wieder entlassen, ich war fassungslos! Ab diesen Moment in Frankfurt 01.12.2018 bis heute 02.02.2019 habe ich eine Art Anspannung, leere im Kopf. Ich nehme meine Umgebung zwar war, aber irgendwie bin ich nicht wirklich fit. Ich fühle mich todkrank. Konzentrationsschwierigkeiten, das Gedächtnis ist eine totale Kastatrophe (früher konnte ich mir alles merken, jetzt vergesse ich Kleinigkeiten) Am 02.12.2018 war ich wieder zu Hause NRW und bin am Abend ins örtliche Krankenhaus stationär aufgenommen worden nachdem ich wieder eine „Kampf“ Attacke hatte. Kardiologisch wurde ein Herz Echo gemacht und Belastungs-EGK, Langzeit EKG, und eine 24-Stunden-Blutdruckmessung. Beim Herz-Echo wurde „nix auffälliges“ festgestellt außer das der behandelnde Arzt mir gesagt hat, dass ein Teil des Blutes wieder in eine Kammer zurückfließt aber aufgrund des alten Gerätes würde das Gerät bei jedem zweiten Patienten diese Auskunft geben. Mitralklappen Insuffizienz? Das wäre nicht problematisch, soll ich aber in einem Jahr nochmal kontrollieren lassen. Im Langzeit EKG waren Extrasystolen zu finden, also Herzrhythmusstörungen in den akuten Phasen wo ich Todesangst bekam. Ich wurde dann auf Bisoprolol 2,5 mg 1-0-1 eingestellt für 4 Wochen. Außerdem half mir TAVOR in diesen akuten Angstphasen mich schnell zu beruhigen. Nach 6 Tagen sollte ich das KH verlassen mit einer Empfehlung für ein psychosomatisches Gespräch. What ? Der Gang zur Hausärztin (Kardiologin) war unabdinglich, weil so ich auf keinen Fall meine Arbeit wieder aufnehmen konnte. Diese meinte ich hätte eine Myokarditis, und hat mir die Betablocker weiter verschrieben. Zuerst war ich happy, dass überhaupt jemand eine Diagnose gestellt hat. 4 Wochen lang habe ich mich versucht zu schonen Bett-Couch-Bett und habe das Haus fast gar nicht verlassen. Nach Weihnachten folgte ein zweiter Gang zum Hausarzt und habe erklärt dass dieses „Kopfgefühl“ immer noch nicht weg sei. Daraufhin sollte ich den Betablocker sofort absetzen von jetzt auf gleich. Ok!? Inzwischen bekam ich Einschlafstörungen mit „Zuckungen“ im Brustbereich. Anfang 2019 hatte ich meinen Tiefpunkt erreicht, also ca. 5 Wochen danach. Ich bin aufgewacht und war verzweifelt, lustlos, antriebslos, ich dachte ich schaff es nicht mehr aufzustehen, ich breche jeden Moment zusammen. Und ständig dachte ich „mein Kopf“. Dann wurde ich am 02.01.2019 neurologisch im KH untersucht (anderes KH). Kopf MRT, EEG „nichts auffälliges“ außer, dass mein Gehirn auf einer Seite etwas kleiner ist. Anbindend an das KH hat sich Ein Arzt für Psychosomatik sich um mich gekümmert. 3 weitere ambulante Termine folgten. Wir haben festgestellt, dass ich mir zu viele Gedanken mache und mich meine Beziehung mit der Freundin auch sehr beschäftigt. Durch Vitamin B habe ich zusätzlich noch alle Blutwerte in einer Uniklinik untersuchen lassen, ich dachte mir irgendwo muss doch der Fehler sein! Nichts, gar nichts, alle Werte perfekt. Ständiges Schwitzen & Kälte von Händen & Füßen. Ich fühlte mich nicht mehr sicher. Einmal hatte ich sogar einen Alptraum, indem ich gestorben war nach einer Panikattacke. Ich bin aufgewacht und war glücklich dass ich lebe. Seit ungefähr 2-3 Wochen ist mein Wohlempfinden etwas besser geworden. Nebenbei hatte ich ein paar Termine bei einer Heilpraktikerin. Ich habe endlich wieder Kraft und Motivation etwas zu tun. Spaziergänge tun gut. Die Heilpraktikerin sagte ich solle einfach etwas Ausdauersport machen, um das in den Griff zu bekommen. Das Gleiche sagt auch der Arzt für Psychosomatik. Und was ist wenn ich eine Herzmuskelentzündung habe???? Dann bring ich mich selber um! Trotzdem bleibt dieses komische Gefühl, Anspannung im Kopf und oft auch Herzrasen, Unwohl. Konstant seit 9 Wochen. An Arbeiten ist leider nicht zu denkenL. Ich liebe meinen Job und mache mir natürlich auch Zukunftsängste, ob alles wieder so wird wie vorher… Deshalb habe ich beschlossen meine aktuelle Lage sehr transparent meinem Arbeitgeber zu erzählen. Das Gespräch ist zum Glück gut verlaufen und man gibt mir die Zeit die ich benötige. Geldsorgen habe ich zum Glück nicht. Jetzt erst begreife ich den Spruch: „Mit Geld kann man nicht alles kaufen“! Seit einer Woche habe ich Probleme mit meiner Partnerin. Ich habe das Gefühl, dass ich viel zu wenig Unterstützung bekomme. Nachdem ich das Thema offen angesprochen hatte und gemerkt hatte, dass meiner Freundin das Thema egal ist, war ich enttäuscht und sprachlos. Seit einer Woche haben wir keinen Kontakt mehr. Niemand kann mir sagen, was es genau ist. Ich habe einfach Angst, dass es doch eine Myokarditis ist und kein Burn-Out mit Panikattacken und Angststörung. Das Gefühl der Ungewissheit und Machtlosigkeit macht mich fertig. Ab den 08.02 werde ich eine stationäre Behandlung starten. Psychiatrie für Psychosomatik. Ich bitte meine Grammatik und Rechtschreibung zu entschuldigen, es geht sich ausschließlich um den Inhalt. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht ? - Wolle - 02-02-2019 Moin, herzlich willkommen hier. Zu deiner Frage: es sollte natürlich gründlich überprüft werden, ob auch wirklich keine Myokarditis vorliegt. Aber wenn ich deine Beitrag so lese, denke ich, dass du deinen Lebensstil gründlich ändern solltest, wenn du planst, noch deutlich älter zu werden. - Wintermute - 02-10-2019 Hi ToBo, im KH wurde sicher auch Troponin geprüft? Wenn das, ekg, US alles ok war sieht es schonmal ganz gut aus. MRT würde noch mehr Aufschluss bringen, ist aber ggf noch nicht indiziert. Vermutlich kamen die Ärzte zu dem Schluss dass nichts akutes ist. Trotzdem könntest du eine Myokarditis gehabt haben. Wenn eine akute Myokarditis ausgeschlossen ist macht Sport mE schon Sinn. Langsam angehen lassen und auf den Körper hören. LG Hmmmm - Dtesan19 - 02-12-2019 Ich bin keine Ärztin aber habe selbst gerade akute Myokarditis und bereits seit 15 Jahren Panikattacken. In einem unterscheidet sich die Panikattacke deutlich von echter Myokarditis. Mit Myokarditis gehst du keine 10 Meter und hast das Gefühl du klappst zusammen. Vor allem in der Akutphase hast du allerhand Symptome die nicht denen einer Panikattacken ähneln. Ich denke bei dir eher an ein Burnout deinem Text nach....Aber klär es ab damit du Sicherheit hast - Dtesan19 - 02-12-2019 Ach ja....bei mir war zb. Alles normal nur das Troponin und Entzündungswerte erhöht. Nachdem die Ergebnisse der Virusserologie kamen war dann alles klar. Nicht jede Myokarditis geht mit verändertem EKG oder verändertem Echo einher.... Ich wünsche dir alles Gute. Panikattacken und Herzneurosen sind schrecklich. Aber fang an damit zu arbeiten |