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Wen belastet eigentlich "meine" Krankheit ??? - Druckversion

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Wen belastet eigentlich "meine" Krankheit ??? - LOCKE - 07-17-2011

Hallöchen meine Herzchen,

krank sein, also ich meine lange krank sein regt zum Nachdenken an ;-).
Ich selber bin nunmehr seit Anfang März zu Hause. Hier und da trifft man Arbeitskollegen, Bekannte und auch Freunde.
Natürlich wurde ich gefragt, wie es mir geht.
Je mehr und je öfter ich den Menschen über meine Krankheit erzählt habe, desto mehr habe ich festgestellt daß
mein Gegegnüber so gar nicht mit einer solch schweren Krankheit klar kommt.
Ich bin nicht der Typ der jammert, ganz im Gegenteil ... ich sehe den mir folgenden Sensenmann als Herausforderung.
Oder wollen die Menschen eigentlich gar nichts über Krankheiten hören ... ???
Schönen Sonntag Abend


- Herzdame - 07-18-2011

Tja, die Frage "Wie geht es dir?" ist hin und wieder zur Floskel geworden. Jede Antwort jenseits von "Prima!" ist schon leicht unbequem - für Manche, nicht für Alle.
Allerdings habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, wenn man selbst mit seiner Krankheit gut bis locker umgehen kann, also der "Verdauungsprozess" für einen selbst schon ganz gut fortgeschritten ist, dann klappt das auch meistens im Gespräch mit Anderen. Wenn sie merken, es belastet dich nicht in dem Maße, wie sie es sich vll. vorgestellt hatten und deswegen Angst hatten, mit dir auf dieses Thema zu geraten, dann werden sie durch deine Haltung sicherer.

Natürlich gibt es Leute, die weder von Krankheit geschweige denn von Krankenhaus oder gar in Aussicht stehendem Tod (der ja prinzipiell ohnehin jedem früher oder später in Aussicht steht, und man weiß nicht, wann -aber das wird gerne verdrängt, lol) hören oder reden wollen. Die werden dann sachte bis brutal durch das Leben selbst an dieses Thema geführt. Alles eine Frage der Zeit...

Sicher gibt es auch in deinem Familien-/ Bekannten-/ Freundeskreis Menschen, die dir auch mal gut zuhören können, wenn du über dich und deine Krankheit resp. Ängste/Sorgen sprechen möchtest. Auf die Anderen, die davon nix hören wollen, muss man dann halt zunächst mal verzichten.

Nur meine Meinung.


- hella - 07-18-2011

Schwere Frage.

Herzdame hat da schon recht. Bei den meisten funktioniert es, wenn sie nach einiger Irritation feststellen, dass man selbst ganz munter bei der Sache ist. Manchmal hilft auch das nicht. Ich habe auch schon erleben müssen, dass jemand mein Leben zu furchtbar findet...übersetzt: totale Panik vor dem ganzen Thema. Ich selbst finde mein Leben gar nicht furchtbar.

Es ist ein schwere Thema. Egal, was wir machen. Sind wir zu locker, irritiert das. Sind wir mal niedergeschlagen, hält man das erst recht nicht aus.

Und nun die andere Seite. Die wissen oft gar nicht, wie sie sich verhalten sollen. Machen sie einen auf besorgt, fühlen wir uns schnell eingeengt. Gehen sie locker flockig drüber hinweg, fühlen wir uns nicht wahrgenommen...Das ist jetzt total überspitzt, aber ich wollte nur sagen, das ist ein heikles Thema. Niemand mag mit dem Tod konfrontiert werden, niemand kann das so leicht aushalten, wie die die dem schon mal aus der Nähe gespürt haben. Und trotzdem hängen wir am Leben. Erklärt das mal denen, die nicht betroffen sind...das ist keine leichte Übung. Da sind manche überfordert.

Trotzdem wurschtelt man sich da meist zurecht mit denen, die einem nah stehen. Brauchen alle Zeit.

Drück Dir die Daumen


Krank ??? - LOCKE - 07-19-2011

Nabend ;-)

ja meine Damen , Eure Stats gefallen mir ... wieder neue Gesichstpunkte zu dem Thema.

Ich war mein ganzes Leben lang kern gesund, daher traf mich die HOCM wie ein Hammer ;-) ich komme aber sehr gut klar damit.

Nur die Reaktionen der Menschen faszinieren mich .... ich traf im Krankenhaus einen Arbeitskollegen der wegen Verdacht auf Darmkrebs dort war.

Auch mit ihm habe ich mich rege ausgetauscht bzw. konnte ihm nur zuhören ;-)) weil er ohne Pause von seiner Krankheit erzählt hat


- Mike - 07-20-2011

jeder verabeitet seine krankheit anders. der redet ununterbrochen davon.
der nächste redet gar nicht drüber.
wieder der nächste nur wenn er gefragt wird usw.

belasten tut eine krankheit viele. den betroffenen selber aber auch die menschen die einem nahe stehen.


Krank ??? - LOCKE - 07-21-2011

... und nicht zu vergessen die , die zuviel anteilnahme rauslassen und ständig " wie gehts dir denn heute " kommentieren ... :thumbsup:
es ist faszinierent, die reaktionen zu beobachten .
viel mehr aber noch staune ich derzeit über reaktionen derer, die andere interessen vertreten müssen ...
ich nehme grad meine kämpfe mit behörden, ämtern, versicherungen etc auf .
die erste frage ist immer " wie gehts ihnen" ... meine antwort stößt aber weitgehende auf unmut Big Grin Big Grin Big Grin


- agloco - 07-23-2011

Ach ja, ein ganz heikles Thema wie die hella sagte. Das ist es wohl, die Frage nach dem Wohlbefinden. Bis jetzt sehe ich auch keine Lösung.
Ich rede sehr sehr ungerne über die Erkrankung, denn mich stören persönlich auch Menschen die mir stundenlang das Ohr abkauen, mit ihren Lappalien. Ich meine man hört ja gerne zu und hilft aber irgendwann...... Und verstehen würde es doch niemand, daher lasse ich es einfach Smile

Schlimmer finde ich jedoch die Reaktion des übertrieben Mitleides. Das zieht einen mächtig runter, man wartet nur noch auf den Sargnagel und macht einen kränker als man ist. Gerade ältere Menschen reagieren oft so, was meine persönliche Erfahrung ist.
Man kann unseren lieben Mitmenschen ja aber auch keinen Vorwurf machen, wie würden wir denn handeln? Wüssten wir in ihrer Situation was das Beste für das Gegenüber wäre, vorausgesetzt wir wären Kerngesund ? Ich habe mich das schon oft gefragt und ich denke,nein. ?(

Schön Locke, das du so offensiv mit dem Thema umgehst und deinen Lebensmut nicht verliehrst Wink

Gruß Alex


- alleins - 07-26-2011

Hallo Locke,

die Krankheit, denke ich, belastet in erster Linie mich selber und die Menschen die mir am Nächsten sind. Fragen die Menschen nach dem Befinden und hören, dass man sich nicht so gut fühlt, dann bekommt man so ein mitleidigen Blick und dann sind sie auch schon meist froh, wenn man ein anderes Thema wählt. Ist ja auch verständlich, da sie sich nicht eindenken können, geschweige einfühlen.

Und ja, jede Krankheit gibt einem Menschen Zeit zum nachdenken... im wahrsten Sinne NACH-DENKEN.

Mit lieben Gruss alleins


Hallo - eva26 - 07-29-2011

Hallo Locke,

Es kommt immer darauf an wie man damit selber um geht!
Ich habe ja mein Leben lang damit zu kämpfen gehabt wegen den angeborenen Herzfehler,mir erging es so wie bei dir.
Die Leute Fragen zwar und zeigen interesse das sie vielleicht andere Menschen besser verstehen können aber im Großen und ganzen tun sie sich schwer damit.
Ich bin mometan auch zu Hause kann einfach nicht viel machen da ich gleich kaputt bin wenn ich ne 40 Stunden Woche hätte.
Ich komme so schon super damit klar,aber ich kann dich gut verstehen es is einfach schwer das man aktzeptiert wird von anderen Leuten!
Liebe Grüsse eva



- LOCKE - 08-03-2011

Big Grin Big Grin Big Grin danke für das Feedback , ich würde ja auf jede Antwort einzeln eingehen, aber ich laß alle euren gedanken erstmal sacken Big Grin Big Grin Big Grin
ich bereit mich grad auf meine wiedereingliederung vor :thumbsup: